autor-des-monats2

Autor/in des Monats: Januar

Interview mit Christin Burger

Christin Burger schreibt seit 2001, „Im Kreis der Sieben“ ist ihre erste Jugend- Fantasy- Trilogie. Ihr findet sie auf Facebook und unter www.christinburger.de

 

FRAGE: Wie bist du zum Schreiben gekommen und wie hat es sich entwickelt?

Ich habe als Kind mit dem Schreiben angefangen und meiner Mutter Miniromane geschrieben. Auf der Schreibmaschine. Die letzte dieser Geschichten war etwas gruselig. Ich weiß noch, dass meine Mutter etwas erschrocken ausgesehen hat und daraufhin habe ich sehr lange nichts mehr geschrieben. Was schade ist. Aber mit 21 habe ich angefangen, wieder Gedichte zu schreiben und mit 23 wurde mir beim Anschauen eines Theaterstücks klar, dass ich gerne für Jugendliche und Kinder schreiben will. Dann bin ich über eine Freundin beim Fernsehen gelandet und schreibe seit dem für verschiedene Fernsehserien. Die Arbeit dort hat mir viel über das Schreiben beigebracht und vor 8 Jahren habe ich mich dann endlich an meine Romanreihe „Im Kreis der Sieben“ gewagt. Jetzt schreibe ich für das Fernsehen und Romane. Ein Traum, der da in Erfüllung gegangen ist.

 

(Wow, Wahnsinn. Wie kann man den seine Mutter schocken?
Darfst du verraten um welche Fernsehserien es sich handelt?)

Die Fernsehserien darf ich auch jeden Fall verraten Ich habe sehr lange für Verbotene Liebe geschrieben. Dann für „Alles was zählt“, „Wege zum Glück“ und „Unter Uns“. Seit letztem Jahr auch noch für „Schloss Einstein“ und für nächstes Jahr sind schon spannende Projekte geplant. Es macht großen Spaß und ich lerne immer wieder supertolle Kollegen/innen kennen.
Die Geschichte, die meine Mutter so erschrocken hat, war folgende: Ich hatte eine Welt erfunden, in der Hilter noch immer an der Macht war. Und ein tödlicher Virus in Afrika sein Unwesen treibt. In meiner Geschichte hat Hitler über Afrika eine Glaskuppel bauen lassen, damit der Virus nicht über den Kontinent ausbrechen kann. Und alle Menschen mussten dort sterben… ich weiß noch, dass ich in dieser Zeit einige Filme über Hitler und das Dritte Reich gesehen hatte (da war ich nicht mehr ganz so klein!), und ich habe diesen Horror in dieser Geschichte verarbeitet. Aber ich denke, für meine Eltern war es ziemlich erschreckend…

(Schloss Einstein habe ich früher immer geguckt. Ich finde es total cool, es sind alles Serien die man kennt. Hut ab!
Hehehe, ich glaube da wäre ich auch erschrocken gewesen)

Das freut mich aber – mit den Serien

Ja, ich kann meine Mutter auch verstehen. Die hat sich wahrscheinlich Sorgen gemacht, was in ihrem Kind da vor sich geht. Auf der anderen Seite war es für mich ein gutes Ventil…

(Das stimmt wohl. Aber hey was raus muss muss raus)      

Genau. Und wie du nach dem Lesen meiner Bücher weißt, beschäftigen mich die ernsten Themen ja immer noch… Das war als Kind wohl auch schon so…

(Stimmt. Das zieht sich wie ein roter Faden durch dein Leben)

FRAGE: Wie kommst du zu deinen Ideen?

Das ist ganz unterschiedlich. Oft merke ich beim Schreiben, dass ich Charaktere beschreibe, die ich im wahren Leben kennengelernt habe. Aber ganz unbewusst. Ich lerne jetzt niemanden kennen und denke: Wow, der oder die muss in meinen Roman. Ich speichere das irgendwie und dann tauchen bestimmte Eigenschaften in meinen Geschichten auf. Die Themen der Romane fallen mir oft beim Spazieren ein. Oder im Schlaf. Also in den Momenten, wo der Kopf mal ausgeschaltet ist. Ich habe das Gefühl, das ist der perfekte Moment, um Ideen zuzulassen. Sobald sich mein Verstand einschaltet, sind die Ideen irgendwie nicht mehr so … inspiriert. Beim Schreiben selber habe ich dann oft das Gefühl, dass ein Film vor meinem inneren Auge abläuft, den ich in Worte fasse – oder zumindest versuche…

(Das hört sich super an. Aber es stimmt, die besten Ideen kommen wenn man entspannt ist. Mir fallen auch die besten Sachen für Beiträge unter der Dusche oder im Bett ein)

Oh stimmt! Die Dusche ist dafür auch bestens geeignet!!

FRAGE: Welches ist dein Lieblings Roman von dir?

Oh, die ist echt schwierig Ich kann auf jeden Fall sagen, dass Teil 1 die größte Herausforderung war. In diesem Roman steckt irre viel Arbeit, zum Teil Recherche, aber auch unglaublich viel Überarbeiten. Das war bei Teil 2 nicht mehr so, weil ich die Figuren schon kannte und mich in dieser Welt einfach auch besser auskannte. Ich denke, das geht vielen Autoren/innen so. Hm… ich kann ECHT nicht sagen, welcher mein Liebster ist, zumal Teil 3 gerade auch so viel Spaß macht zu schreiben. Deshalb fürchte ich, dass ich da sagen muss: Es ist meine LieblingsREIHE Gilt das???

(Ja gut, das lasse ich gelten
Ich kann mir das schon sehr gut vorstellen, es sind ja schließlich recht sensible Themen die in deinem Buch angesprochen werden.)

Ja, das stimmt. Da gab es viele Diskussionen mit meiner Lektorin, denn gerade bei solchen Themen ist es eine Herausforderung, bei den Figuren zu bleiben und nicht seine eigenen Meinungen reinzumischen. Meine Lektorin hat immer sofort gemerkt, wenn „Die Meinung der Autorin“ geschrieben stand. Und nicht die der Figur. Dafür bin ich ihr sehr dankbar!

(Das glaube ich aufs Wort)

FRAGE: Du hast ja sehr viele Romane mit anderen Autorinnen geschrieben. Wie waren deine Erfahrungen?

Das ist spannend Grundsätzlich bin ich ein großer Fan von Teamarbeit. Es ist einfach toll, wenn andere ihre Ideen in die Geschichten mit einfließen lassen und die Geschichten nehmen dann eine Richtung an, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Für die Fernsehserien zum Beispiel braucht man ein richtig gutes Team, das zusammenarbeitet. Dann habe ich noch mit Kolleginnen zwei E-Book Serien geschrieben. Das hat großen Spaß gemacht. Wir haben uns zum Plotten in Berlin und Köln getroffen und jeder hat danach seine Kapitel aufgeschrieben. Dann haben wir uns gegenseitig lektoriert, ehe es zum Verlag ging. Es war eine Herausforderung und ohne Streit war es auch nicht möglich, aber das gehört zur Arbeit dazu, fürchte ich Letztlich waren wir immer total glücklich über das Ergebnis und jeder konnte seinen eigenen Stil mit in die Geschichten reinbringen. Das finde ich ganz wichtig.

(Das glaube ich. Ich habe mir beide EBook Serien mal angeschaut. Beide hören sich total gut an und sind sofort auf meine Wunschliste gewandert)

Oh, das freut mich aber!!! Wenn du die Listenluder liest, musst du mir verraten, welche Figur du mir zuschreibst. Da haben wir uns nämlich auf je eine Figur verteilt…

(Ja sehr cool. Ich bin mal gespannt ob ich es rausfinde)

FRAGE: Was machst du, wenn es mit dem Schreiben nicht voran geht?

Dann brauche ich unbedingt die Natur. Und Sport. Das ist das beste Mittel. Anfangs hat es mich immer total nervös gemacht, wenn ich mal blockiert war. Mittlerweile weiß ich, dass ich dann einfach eine Pause brauche und auftanken muss… ach ja: Und Klavierspielen!

(Sport soll da schon helfen, das stimmt. Klavierspielen, wow, gibt es auch etwas das du nicht kannst
Was spielst du dann so?)

Hihi, also Kochen kann ich nicht! Und nähen – eine totale Katastrophe!! Das versuche ich nie wieder! Ich spiele am liebsten Klassik. Mozart und im Moment die Jahreszeiten von Tschaikowsky. Allerdings quasseln mein Lehrer und ich am liebsten über die Künstler und das kreative Arbeiten. Wir bräuchten immer eine Stunde länger Unterricht

(Hahahaha ja Kochen und nähen kann ich auch nicht, dafür backe ich ganz leckere Sachen
Das finde ich super, wenn man etwas wirklich liebt)

Dann musst du auf die nächste Messe einen Kuchen mitbringen!!

(Kein Problem, wenn ich den da reinbringen kann Mit der nächsten Messe kann es aber erstmal dauern)

Schade

FRAGE: Was für eine Verbindung hast du zu deinen Charakteren? Hast du durch sie irgendwas lernen können? Wie haben sie dich geprägt und anders herum?

Hm… sehr gute Fragen! Also, wie bei den meisten Schreiberlingen entdecke ich in fast jedem Charakter etwas von mir. Aber sie bringen auch vieles eigenes mit, das ich mit der Zeit immer besser verstehen und lieben lerne. Egal, wie schwierig sie sind, sich selbst im Weg stehen oder auch mal Meinungen vertreten, die von meinen weit weg sind – ich kann sie immer total gut verstehen. Weil ich weiß, was sie zu dem gemacht hat, was sie sind. und ich freue mich dann jedes Mal riesig, wenn sie über sich hinauswachsen. Bei meiner Hauptfigur Lara gibt es einige Parallelen zu mir, auch wenn wir eine ganz unterschiedliche Geschichte haben. Aber wie sie ihren Lebenswillen entdeckt und im zweiten – und dritten – Teil über sich hinauswächst und erwachsen wird, da steckt viel von mir drin. Ich muss gestehen, dass Marc auch eine besondere Herausforderung war. Er taucht erst im zweiten Teil auf und ist ein besonderer Charakter, weil er den vermutlich weitesten Weg gehen muss, um sich selbst zu finden. Es gibt also auch Figuren, bei denen ich selbst gespannt bin, wo sie am Ende landen!

Oh Mann, ich hoffe, ich quasseln dir nicht zu viel. Aber es sind echt gute Fragen

(Aaaaaahhhhh. Ich will jetzt den zweiten Teil lesen!!!!! Gut, dass ich den noch für diesen Monat geplant habe

Nein du quasselst nicht zu viel. Mir macht das mega Spaß und so ein mega lebhaftes Interview hatte ich noch nicht)

Oh, das freut mich!!! Mir macht es auch richtig Spaß!!

FRAGE: Welches sind deine Lieblings Protagonisten aus deinen Romanen und welche magst du eher nicht?

Hm, meine liebsten Protagonisten… also, ganz klar liebe ich Lara und Timo. Und Ayse und Cem. Das Vierergespann ist so voller Liebe, das macht großen Spaß. Dann habe ich ja noch meine skurrilen und besondere Charaktere wie das Auge, Mila und Styx. Diese Drei gehören auch auf meine Lieblingsliste, weil sie einfach so besonders sind und mich selbst schon beim Schreiben zum Lachen gebracht haben. Und natürlich muss Marc auf die Liste. Er ist auch für Lara eine Herausforderung. Aber er wird noch eine wichtige Rolle spielen und das macht er SEHR tapfer

(Ja das Auge fand ich Klasse
Gibt es auch Charaktere die du nicht so magst?)

Ja, Laras Oma Dorothea!! Die war zwar toll zu schreiben, weil sie so eigen ist, aber als Charakter hätte ich sie gerne mal geschüttelt!

(Stimmt, sie war sehr unsympathisch)       

FRAGE: In welchen Genres bist du vertreten und welche sind noch geplant?

Mit den E-Book Serien habe ich im Bereich romantic comedy geschrieben. Meine „Babys“ sind im Fantasy Bereich und da fühle ich mich zuhause. Ich denke, da wird noch einiges kommen

(Klasse, dann bin ich weiterhin gespannt)

FRAGE: Wie findet dein Umfeld, dass du schreibst?

Mein Umfeld findet es toll. Ich kriege sehr viel Unterstützung. Mein Mann kennt mittlerweile all meine Marotten, die ich besonders in Schreibphasen habe (nicht mehr ansprechbar und Ausflippen, wenn im Radio „Timo und Laras Song“ läuft)… viele beobachten mit Neugier, was da so alles passiert. Das freut mich sehr!

(Ist ja lustig. Welcher ist den Timos und Laras Song? Schön, dass du so eine tolle Unterstützung bekommst)

Unchained melody – aber die Version von U2!!

(Okay, da muss ich gleich mal reinhören)

Unbedingt! Herzzerreißend!

FRAGE: Gibt es eine bestimmte Tageszeit bei der du am liebsten schreibst?

Ja, ganz unromantisch ist es der frühe Morgen. Ich habe seit Jahren keinen Wecker mehr, weil ich gegen 6 wach werde, Kaffee mache und dann sofort losschreibe. Dafür kriege ich dann nachmittags nichts mehr hin und abends auch nicht. Das hatte ich mir ja früher anders vorgestellt!

(Wenn ich mir keinen Wecker stellen würde, würde ich immer verschlafen
Also eine Frühaufsteherin)

Hihi, ja. Aber das war nicht immer so! Ich habe allerdings auch einen Kollegen, der stellt sich den Wecker auf Mitternacht und steht dann auf, um zu schreiben. Das ist mein krasses Gegenteil…

(Ohaaa auf solche klöpse würde ich nie kommen)

Nee, ich auch nicht!

FRAGE: Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

autor-des-monats-2-2

(Hammer, das sieht voll schön aus)

Oh, danke Während ich schreibe, wird es durch Recherchen und Notizen immer chaotischer. Aber währenddessen darf nichts verändert werden. Erst am Ende räume ich dann alles auf… sonst könnte ja was verloren gehen…

FRAGE: Was brauchst du beim Schreiben?

Das lässt sich kurz und bündig beantworten: Kaffee – Obst – Musik – Katzen

(Katzen? Aber hoffentlich nur zum Kuscheln )

Oh, und Nagellack. Jeder Roman hat seine Farbe!

Oh ja, nur zum Kuscheln Sie animieren mich zum Pause machen! Also die Katzen. Und beim Nagellack: Ich weiß nicht warum, aber bei jeder Schreibphase habe ich einen bestimmten Nagellack. Teil 3 ist golden… ich sag ja: Marotten!!

(Das ist ja echt cool)

FRAGE: Was bringt dich beim Schreiben auf die Palme bzw. stört dich oder lenkt dich ab?

Ich brauche viel Ruhe beim Schreiben. Straßenlärm oder Baustellen sind die Hölle! Deshalb würde ich irgendwann gerne im Wald leben. Naturgeräusche inspirieren mich sehr… wobei ich sagen muss, wenn ich mal richtig drin bin, dann höre ich das auch nicht mehr…

(Richtig coole Idee. Ich wollte immer ein Bauernhäuschen
Baustellen hasse ich auch)

Das passt! Ich hab ja den Traum, ein Haus zu finden, in dem ich ein oder mehrere Zimmer für andere anbieten kann. Eine Auszeit im Wald, sozusagen. Da gebe ich Bescheid, wenn ich es habe

(Unbedingt, dann mache ich Urlaub bei dir)

FRAGE: Wie sieht dein perfekter Schreibtag aus?

Mein perfekter Schreibtag ist früh aufstehen und dann mit Kaffee an den Schreibtisch. Nach fünf bis sechs Stunden schreiben unbedingt ein Spaziergang und dann Klavier oder Yoga. Vielleicht kommen dann noch ein paar Ideen…

(Du scheinst eine sehr ausgeglichene Person zu sein, finde ich gut)

Yoga hat auf jeden Fall viel verändert und ausgeglichen. Das kann ich echt empfehlen. Das erdet so sehr und vieles kommt einem nicht mehr ganz so dramatisch vor… war auf jeden Fall meine Erfahrung…

FRAGE: Was war dein lustigster „Verschreiber“?

Oh, der lustigste Verschreiber. Ach, ich weiß es: Ich wohne ja im Schwarzwald, wo zum Teil auch meine Geschichten spielen. Da gibt es Serpentinen Straßen. Im zweiten Teil wurde ein Fehler erst beim dritten Korrektur Durchgang gesehen. Und zwar hatte ich die Terpentinen Straße geschrieben. Das ging durch zwei Korrekturdurchgänge, ehe es zum Glück noch entdeckt wurde!

(Hahahahaha ja saugut

Ich liebe Verschreiber ja genauso wie die Versprecher bei Filmen die dann immer am Ende gezeigt werden )

Ja, da kommen super lustige Sachen bei raus!

FRAGE: Was liest du Privat am liebsten? Hast du vielleicht ein oder zwei Buchtipps?

Ich lese auch am liebsten Fantasy und Jugendbücher. Im Moment lese ich mich durch die Ursula Poznanski Bücher. Ich habe schon bei dir geguckt, ob du Rezensionen hast, weil ich die Bücher ganz unterschiedlich finde. Da würde mich mal deine Meinung interessieren. Absolut faszinierend finde ich: Das Schiff des Theseus. Kennst du das? Ein Buch, dessen Hauptgeschichte durch Randbemerkungen zweier Studenten eine zweite Nebengeschichte erhält. Mit Postkarten und auf alt gemachten Briefen und Dokumenten drin. Total abgefahren. Kann ich nur empfehlen!!

(Nein von ihr habe ich noch nichts gelesen, aber es sind wohl schon ein paar Titel von ihr auf meine Wunschliste gewandert
Und das andere Buch muss ich mir mal angucken, das hört sich wirklich interessant an)

 

Ich danke dir wirklich, dass du dir die Zeit genommen hast.

 

Advertisements