Buchgeplauder Rezensionen.

 

Buchgeplauder

Thema: Rezensionen

 

Heute geht es um ein Thema, dass mich schon sehr lange beschäftigt: Rezensionen! Ich will mit diesem Beitrag niemanden verärgern oder sonstiges. Es sind nur meine Gedanken (oder ganz viel Bullshit, ich weiß es nicht), die endlich mal raus wollen und welcher Ort wäre dazu besser geeignet als mein Blog?!? Ich habe diesen Text von 3 Personen Testlesen lassen, weil ich mir unsicher war ob es nicht zu viel des guten ist. Aber lest selber 🙂

Angefangen hat es als ich in sehr vielen Buchgruppen, sehr viele verunsichernde Posts zu dem Thema gesehen habe. Zu dieser Zeit haben sich echt viele Leute dazu ausgelassen. Da gab es dann solche Posts (Die sind jetzt frei aus dem Kopf, quasi sinngemäß wiedergegeben):

„Ich versteh nicht wie andere nur ein paar Sätze schreiben und damit viele Likes bekommen und ich schreibe ganz viele Seiten (hier beliebige Zahl einfügen) und bekomme kaum Likes dafür?

„Meine Rezensionen sind alle sachlich und grammatikalisch korrekt geschrieben und ich kann nicht verstehen, wie ein Buchblogger die Rechtschreibung versaut!“

„Wie, Buchblogger XY vergibt keine Sterne (Punkte, Einhörner, Federn, Blablabla…) dann ist es keine richtige Bewertung!“

So und so ähnlich ging es wochenlang! Mich hat das schon verunsichert, weil ich

  • Manchmal auch nur ein paar Sätze zu sagen habe.
  • Nicht so der Grammatik und Rechtschreibfanatiker bin.
  • Ich manchmal aus dem Bauch heraus schreibe, manchmal mit dem Herzen und ab und an auch mit Sinn und Verstand.
  • Ich vergebe Hauspunkte, das ist total verrückt und bescheuert aber ich liebe es.

Aber nicht nur ich war verunsichert. Viele die diese Posts gelesen haben waren dann sehr mitteilungsbedürftig und man hat es ihnen angemerkt, dass sie überlegt haben, was sie denn nun falsch machen!

Ich sag euch was sie falsch machen: Sie lassen sich von so fiesen Aussagen verunsichern. Jede Art von Rezension ist gut, solange sie nicht Spoilern oder eigenartige Begründungen hervorbringen (dazu später mehr).

Ich will keine Rezension lesen die fast so dick sind wie das Buch selber. Wie hoch ist da die Wahrscheinlichkeit, dass man gespoilert wird und belangloses Zeug drin steht?! Manchmal reicht es einfach wenn es kurz und knackig gesagt wird, auf den Punkt (nicht so wie dieser Beitrag :D).

Zum Thema Rechtschreibung und Grammatik: Klar ist es schöner zu lesen wenn der Blogger darauf achtet aber manche haben halt kein gutes Auge für sowas. Wenn ein Blogger dann aber die Rechtschreibung und die Grammatik des Autors in seiner Rezension bemängelt und selber in 5 Sätzen 20 Rechtschreib- und Grammatikfehler drin hat, wirkt das leicht lächerlich. Habe ich aber auch schon gesehen, wirklich wahr ;).

Woher kommt es denn auch wenn kurze Rezensionen geliked werden und die Ellenlangen nicht beachtet werden? Wenn ich mich über ein Buch informieren will muss das meistens schnell gehen (zumindest bei mir) und wenn ich dann ne halbe Stunde brauche um mit dieser langen Rezension fertig zu werden, habe ich vielleicht keine Lust mehr auf das Buch.

Also: Lasst die Leute ihre Rezensionen schreiben wie sie es für richtig halten und nicht wie ihr es für richtig befindet. Ist doch besser wenn jeder Blogger seine eigene Art hat dies zu händeln. Wenn jeder gleich schreiben würde… Ich mag gar nicht daran denken.

 

Kommen wir nun zum nächsten Punkt. Darf man eigentlich Rezensionen sagen? Laut eines Autors, der ein ewig langes sehr verwirrendes Video gemacht hat, dürfen wir „Buchblogger“ dies nicht. Buchblogger in Anführungszeichen, weil sich ja jeder so nennen darf (Nicht meine Worte ;)).

Wieso dürfen wir unsere Rezensionen nicht Rezension nennen? Ich habe mich ein bisschen durchs Internet gewurschtelt und habe nichts dazu gefunden, dass dieser Begriff möglicherweise geschützt ist.

Nach der Meinung des Autors ist eine Rezension eine Kritik von Akademikern. Heißt im Klartext: Hast du Fantasy studiert darfst du Fantasy Bücher rezensieren. Zumindest hat man das so verstanden. Also muss ich jetzt erstmal ALLE Genre die es gibt studieren, damit ich eine Rezension schreiben darf. Seiner Meinung nach dürften wir nur „Lesermeinung“ drüber schreiben. Macht nur keiner, weil klingt komisch und so.

Ich will mit diesem Abschnitt nicht den Autor beleidigen oder dumm da stehen lassen, ich lasse nur meinen Gehirnmüll hier ab.

Oft hatte ich bei diesem Video auch das Gefühl, dass er Äpfel mit Birnen vergleicht und es kamen Pinguine und andere wilde Tiere vor, was es mir nur erschwert hat ihm zu folgen.

Dazu hat er sich dann auch über die Rezensionen- Oh Verzeihung- Lesermeinungen seiner Bücher ausgelassen. Ich finde sowas nicht ok. Klar, wenn die Lesermeinung nichts mit dem Buch zu tun hat, kann ich verstehen das er sich aufregt aber sowas? Ne ne ne.

 

Ich dachte eigentlich immer, dass sich Autoren über Rezensionen freuen (was die meisten wohl auch tun) und nicht hinten rum schlecht darüber reden und unnötige Videos drehen und seine Leser vorführen. (Was bringt einen dazu? Wenn man Frust hat sollte man den nicht an seinen Fans auslassen)

Klar, das ist wahrscheinlich nicht gang und gebe aber sowas macht mich echt wütend. Wenn ein Autor die Kritik nicht sehen will soll er erst gar nicht gucken. (Ja ich schreibe gerade aus dem Bauch heraus, weil ich echt wütend darüber bin!) Wir machen uns ja schließlich die Mühe und schreiben unsere Gedanken zu dem Buch auf. Ich habe früher nie Rezensionen geschrieben, weil ich mich nicht getraut habe. Jetzt mache ich mir mehrere Stunden in der Woche freiwillig Gedanken über das was ich gelesen habe. Und nicht nur ich sondern auch ganz viele andere.

 

So genug jetzt von den bösen Menschen, die am liebsten nur gebauchpinselt werden möchten aber anderen sagen wollen wie sie was zu machen haben! (Achtung Sarkasmus oder so :D)

Ich will jetzt nicht sagen, dass die Autoren zu jeder Rezension eine Dankeskarte schreiben sollen. Sie sollen nur ihre Leser nicht bloßstellen. Das ist weder schön für die Leute die sich die Mühe machen eine Rezension zu schreiben noch ist es gut für den Ruf des Autors. Genauso soll jetzt auch nicht jeder jeden gut finden und alles liken was irgendein Buchblogger Postet oder so. Seid respektvoll zu einander und seht nicht alles so eng und verbissen.

 

Jetzt will ich noch was zu Rezensionen sagen. (Was echt? :D)

 

Manche Rezensionen sind ja echt gut geschrieben und haben echt gute Gründe für oder gegen das Buch zu sein aber manche Rezensionen sind irgendwie komisch.

Ich habe eine Rezension gelesen bei der die Leserin sich darüber aufregt, dass der Liebesroman keine typische 0815 Schnulze ist. Ok ihr gutes Recht. Dann hat sie aber kritisiert, dass der Charakter in der Geschichte gerne und viel Red Bull trinkt und sie hält ja nichts von solchen Aufputschmitteln. Zudem fand sie die Film und Serien anspielungen in der Geschichte unverständlich, weil sie die Filme und Serien nicht kannte. Und das ist ein Beispiel für eine Rezension, die ich niemals verstehen werde.

Mal angenommen ich lese ein Buch in dem ist der Protagonist Nutella-Tester. Für viele ein Traumjob :D.

Ich esse aber kein Nutella, ich verabscheue dieses Zeug sogar (kein Witz, ich hasse Nutella). Spinnen wir mal weiter, das Buch steht unter dem Genre Thriller.

So jetzt ist der Thriller aber nicht so spannend wie sonst jeder Thriller ist und dann haben wir noch den Nutella-Tester. Ich würde jetzt unter meinem ersten Rezipunkt (Geschichte) schreiben, dass ich die Geschichte nicht so spannend empfunden habe wie gedacht. Und unter meinem zweiten Rezipunkt (Charaktere) würde ich schreiben, dass der Protagonist seinen Traumjob als Nutella-Tester gefunden hat und ich seine Vorliebe nicht teile und dieser Job mein persönlicher Albtraum wäre. Wenn aber alles andere stimmt würde es kaum einen Punkt Abzug geben. Ich kann ja nicht schreiben: Ich hasse Nutella und der Protagonist hat im ganzen Buch 10 kg Nutella gegessen. Ich halte nichts von dem süßen Zeug weil man davon Karies bekommt. 3 Sterne Abzug.

Warum machen die Menschen sowas? Das ist wie als wenn ich einen Vampir Roman lese und hinterher schreibe: Die Vampire haben Blut getrunken, das finde ich ja pervers. Ich ziehe für diese Unmenschlichkeit 2 Punkte ab.

Nur weil man ein klitzekleines Detail nicht mag muss man deswegen ja das Buch nicht schlecht bewerten. Es geht ja nicht um einen selber sondern um die Vorlieben des Protagonisten.

Und dann das Ding mit den Serien und Filmen. Mal ganz ehrlich, wenn sie es nicht kennt kann ja der Autor nichts dafür. Mich würde es nur noch neugieriger machen und vielleicht würde ich die Serien ja sehen wollen? Aber da sieht man wieder wie unterschiedlich die Ansicht ist. Mich (und wahrscheinlich auch mehr Menschen) würde dieses Element faszinieren und man würde es als Inspiration nehmen und nicht als Abschreckung. Ich finde diese Rezension immer noch merkwürdig aber sie sagt viel aus und ich würde mir das Buch aufgrund der Rezension erstrecht kaufen wollen. Erstens, es ist keine typische Liebesgeschichte, es ist dann wohl was Außergewöhnliches. Zweitens, scheinbar ist mindestens einer der Charaktere ein Serienjunkie und das bin ich auch. Drittens, müssten die Charaktere ja ganz witzig und lebendig sein wenn sie so viel „Aufputschmittel zu sich nehmen. (Red Bull und Aufputschmittel. Dann ist Kaffee auch ein Aufputschmittel und der wird gerne von den Gilmoregirls getrunken. Sind das alles dann Drogenopfer? Ich glaube diesen Punkt sieht der Rezensent zu eng und ist leicht überzogen)

Dann gibt es noch diese eigenartigen Rezensionen die den Lieferdienst mit Bewerten oder wie das Buch eingepackt war. Denken die ernsthaft, dass das mit zum Buch gehört. Oder auch Leute die aufgrund einer einzigen Seite aus einer Leseprobe ein ganzes Buch bewerten! Wie geht das?

Ich will jetzt nur sagen: Überlegt ganz genau was ihr schreibt, hinter dem Buch, welches ihr gelesen habt steckt ein echter Mensch der sehr viel Herzblut und Liebe investiert hat um euch aus dem Alltag zu holen. Seid Fair, was kann das Buch oder der Autor dafür, dass euer Postbote ein Bücherhasser ist und das Buch in den Briefkasten rammt und somit das schöne Cover einen Kratzer bekommt? Nichts! Bewertet lieber den Schreibstil und die Geschichte des Buches und alle sind glücklich. Oder auch nicht 😛

 

Ich hoffe es fühlt sich jetzt keiner auf den Schlips getreten und ihr versteht was ich euch damit sagen will. Macht euer Ding, denn es ist gut so! Lasst euch nicht von irgendwem unterbuttern nur weil ihm eure Art Rezensionen zu schreiben nicht passt. Seid nett zu den Autoren und auch andersherum: Autoren seid nett zu euren Lesern.

Ich wünsche mir ein wenig mehr Toleranz und Freundlichkeit im Netz und euch einen schönen Tag 🙂

Eure Ricky ❤

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